Unsere Vorstellung von Macht ist einseitig
Wenn ich an Macht in der Arbeitswelt denke, beschleicht mich oft ein Gefühl, das schwer zu beschreiben ist. Macht wirkt unangenehm, wir erleben sie meist negativ – und sie gehört zu den sensibelsten Themen im Führungsalltag. Viele Frauen in Führungspositionen erleben, dass ihr Handeln anders bewertet wird – nicht, weil ihnen Kompetenz fehlt, sondern weil Macht ungleich verteilt und unterschiedlich wahrgenommen wird.
Wie Frauen in Führung Macht oft erleben
Wir ordnen Führungskompetenz und Einfluss aufgrund bestimmter Merkmale zu – und diese Merkmale sind oft geschlechtsspezifisch geprägt:
- Durchsetzungsfähigkeit oder lautstarkes Auftreten wird bei männlichen Führungskräften häufig als selbstbewusst und stark bewertet.
- Dasselbe Verhalten bei Frauen kann als aggressiv, unangemessen oder unfreundlich wahrgenommen werden.
- Entscheidungen treffen oder Verantwortung übernehmen wird Männern eher zugeschrieben, Frauen hingegen häufiger hinterfragt.
Dieses Ungleichgewicht erzeugt oft ein Gefühl von Ohnmacht – als stünde man einem System gegenüber, das sich nicht ändern lässt. Für diese Ohnmacht gibt es ein wirksames Gegenmittel: Wissen über die Mechanismen und Spielarten von Macht in Organisationen. Dieses Verständnis erlaubt es, Situationen aus einer übergeordneten Perspektive zu betrachten, Dynamiken zu erkennen und handlungsfähig zu bleiben – selbst in komplexen Führungssituationen.
Macht als Gestaltungskraft in der Führung
Macht in der Führung muss nicht moralisiert werden. Sie ist eine Gestaltungskraft: etwas, das bewusst eingesetzt werden kann – ohne sich zu verbiegen oder lauter werden zu müssen. Führungskräfte erleben Macht zum Beispiel, wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen wird, wenn Teams Ziele erreichen oder wenn Entscheidungen wirksam umgesetzt werden – kurz: wenn Selbstwirksamkeit spürbar wird.
In ihrer positiven Form ist Macht die Fähigkeit, Einfluss zu nehmen, Entscheidungen mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Genau diese Fähigkeit ist entscheidend für wirksame Führung – und davon brauchen wir in Organisationen mehr.
Drei zentrale Fragen für Frauen in Führung
Im Führungsalltag sind besonders drei Fragen entscheidend:
- Wie wirkt Macht in Organisationen wirklich? Nicht nur über Titel und Rollen, sondern auch über Erwartungen, Kommunikationsmuster und unausgesprochene Regeln.
- Wie erleben wir Führung und Macht persönlich? Wo halten wir uns zurück? Wo werden wir gesehen (oder auch nicht!) – unabhängig von unserer Kompetenz?
- Welche Unterschiede zeigen sich in Führungsstilen? Und warum wird dasselbe Verhalten bei Männern und Frauen unterschiedlich bewertet?
Workshop für Frauen in Führung: Macht bewusst einsetzen
Der Workshop machtbewusst und selbstbestimmt – Ein Tag für Frauen in Führung setzt genau hier an. Wir betrachten, wie Macht in Organisationen sichtbar und unsichtbar wirkt, welche Kommunikations- und Führungsmuster sich unterscheiden und wie Sprache genutzt werden kann, um Handlungsspielräume zu öffnen.
Im Zentrum stehen die Erfahrungen der Teilnehmenden:
- Reale Führungssituationen werden reflektiert.
- Begrenzende Muster erkannt.
- Sprache und Kommunikation gezielt eingesetzt.
Datum:
Dienstag, 03. Februar 2026 , 09:00-17:00 Uhr
Ort:
Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck
Anmeldung:
https://hdb.dibk.at/Termine/machtbewusst-und-selbstbestimmt
Anmelde-E-Mail:
hdb.kurse@dibk.at
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Kategorie: Workshop
Datum: 07.01.2026