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Argumentieren mit Klarheit und Souveränität

Gute Argumente allein reichen oft nicht aus. Entscheidend ist auch, wie wir für unsere Position einstehen. Für mehr Rückenwind in der Kommunikation zeige ich hier einige Argumentationshilfen. Wichtig: Aufschreiben und in die geheime Werkzeugkiste packen.

Wenn der eigene Gedanke Raum braucht

Gute Argumente allein reichen oft nicht aus. Entscheidend ist auch, wie wir für unsere Position einstehen.

Im Arbeitsalltag erleben viele Menschen Situationen, in denen ihre Kompetenz, ihre Ideen oder ihre Perspektive plötzlich weniger Raum bekommen: Ein Gedanke wird unterbrochen, eine Idee wird ungefragt erklärt oder ein Einwand wird nicht sachlich beantwortet, sondern persönlich bewertet.

Solche Momente sind nicht nur irritierend. Sie beeinflussen auch, wie sichtbar Menschen mit ihrer Expertise werden.

Gerade in Teams, Projekten und Führungsrollen braucht es deshalb eine Kommunikation, die zwei Dinge verbindet: Klarheit und Souveränität. Es geht nicht darum, lauter zu werden oder sich durchzusetzen. Es geht darum, den eigenen Standpunkt sichtbar zu machen – ruhig, präzise und auf Augenhöhe.

Kompetenz sichtbar machen: Nicht rechtfertigen, sondern einordnen

Eine typische Situation: Jemand erklärt ein Thema, als wäre es völlig neu für Sie.

„Ich erklär dir das kurz …“
„Eigentlich ist das ganz einfach …“
„Du musst das so sehen …“

Hinter solchen Aussagen steckt nicht immer eine bewusste Abwertung. Manchmal ist es einfach ein Kommunikationsmuster. Trotzdem entsteht schnell der Eindruck: Meine Erfahrung oder mein Wissen wird gerade nicht berücksichtigt.

Die Lösung ist nicht, sich zu verteidigen oder die eigene Kompetenz ausführlich zu beweisen. Häufig reicht eine kurze, klare Einordnung:

Die Botschaft dahinter: Ich bin im Gespräch präsent. Ich nehme Informationen auf. Und ich bringe meine Perspektive bewusst ein.

Den eigenen Raum sichern: Gedanken zu Ende bringen

Eine zweite Herausforderung kennen viele Menschen aus Besprechungen: Der eigene Gedanke wird unterbrochen, bevor er überhaupt vollständig ausgesprochen wurde.

„Moment, Moment …“
„Nein, so stimmt das nicht.“
„Lass mich kurz …“

Gerade wenn Gespräche schnell und kontrovers werden, entsteht leicht ein Muster: Wer häufiger unterbricht, bekommt mehr Raum. Wer wartet, bis der richtige Moment kommt, verliert ihn manchmal.

Deshalb ist es wichtig, den eigenen Gesprächsraum freundlich, aber klar zu sichern:

Das wirkt nicht unhöflich. Es zeigt Gesprächsführung.

Denn auch Zuhören braucht Struktur: Ein Austausch funktioniert nicht, wenn nur die schnellsten oder dominantesten Stimmen gehört werden.

Der Kommunikationstipp: Mit klugen Fragen zurück zur Sachebene

Besonders anspruchsvoll wird es, wenn ein Einwand nicht inhaltlich bleibt, sondern persönlich wird:

„Du bist da zu emotional.“
„Das siehst du zu eng.“
„Das ist jetzt aber sehr theoretisch.“

Solche Aussagen wirken wie Kritik, sind aber zunächst keine Argumente. Sie bewerten eine Person oder ihre Haltung, ohne den konkreten Sachpunkt zu benennen.

Die beste Reaktion ist deshalb oft nicht eine Verteidigung, sondern eine Frage:

„Was genau meinst du mit emotional?“
oder
„Worauf beziehst du dich dabei konkret?“

Damit passiert etwas Entscheidendes: Die Verantwortung für die Aussage geht zurück an die Person, die sie gemacht hat. Sie muss präzisieren, was eigentlich gemeint ist.

Gleichzeitig gewinnen Sie Zeit, bleiben ruhig und führen das Gespräch zurück auf die Sachebene.

Argumentieren heißt nicht gewinnen – sondern Wirkung erzeugen

Souveräne Kommunikation bedeutet nicht, jede Diskussion für sich zu entscheiden. Es bedeutet, die eigene Perspektive sichtbar zu machen, ohne in Rechtfertigung oder Angriff zu geraten.

Gerade in Teams und Führungssituationen ist das eine zentrale Fähigkeit: Menschen brauchen Räume, in denen unterschiedliche Sichtweisen eingebracht werden können. Und sie brauchen die Kompetenz, diese Räume auch aktiv zu nutzen.

Denn gute Zusammenarbeit entsteht nicht dadurch, dass alle einer Meinung sind.

Sie entsteht dadurch, dass Menschen ihre Gedanken einbringen können – klar, respektvoll und mit dem notwendigen Rückenwind.

Ihre

Gabriele Strasser-Kreil, MTD
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Kategorie: Workshop

Datum: 07.07.2026

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